Der Markencheck – wie doof halten uns Plasberg und Co.?

Die ARD Talkshow-Produktion unter Programmchef Herres (in gelbem Overall) (Quelle: wikipedia)

Gestern Abend im 1. Fernsehprogramm. “Der Markencheck – Apple”. Nach der immerhin ein Viertel der Sendezeit  umfassenden, anschaulichen Kurzreportage, unter welchen Bedingungen die Arbeitssklaven von Foxconnn unsere Luxushandies zusammenschrauben, Diskussion mit Plasberg: “Handy an, Hirn aus – wie doof machen uns Apple und Co.?”

Nicht nur der Imperativ “Hirn aus!” wurde in der Diskussionsrunde beherzigt, auch die Empathie verbrauchte keinen kostbaren Stand-By-Strom. Statt Naomi Klein, Christoph Lauer.

Denn nicht die Frage, wieviel Luxusgüter auf der Basis von Sklavenarbeit wollen wir uns eigentlich leisten, stand zur Debatte, sondern die myopischen Probleme selbstbezogener SUV- respektive Waldorf-Moms und solipsistischer Talkshow-Twitterer. Im Kern der Diskussion. Große Sorge um die verzogene Brut, die sich draum drehte, ob Kinder in der Schule SMS schreiben dürfen sollten, statt dem Lehrer zuzuhören, oder ob man Augen und Auffassungsgabe der nachwachsenen Generation schon mit drei Jahren oder besser erst mit 15 mit digitalen Zwitschermaschinen ruinieren sollte. Und ob 4 Zoll mit angeschlossenen Facebook, Twitter und Wikipedia als geistiger Horizont ausreichten, wenn man ab und an auch mal ins Kino gehe; ersatzweise am Samsung 47-Zöller daheim bei einer ARD-Talkshow abdämmert.

Die Runde selber war bemüht auf dem Gorilllaglas des ARD-Talk-Touchscreens keine sichtbaren Spuren zu hinterlassen. Auch jenseits der Plasbergschen Displayschutzfolie eher Solitär in 16 Farben als Angry Birds. Warum auch Auseinandersetzung? Schließlich hat jeder sein eigenes iPhone mit der ganz einfachen Benutzeroberfläche und dem vorangekreuztem Dauer-LIKE dabei. Mit dem einen übergroßen selbst mit Kochhandschuh bedienbaren Harwarebutton der Ego-App, die fortwährend plärrt:

ICH ICH ICH.

Unsere öffentlich rechtlichen Talksshows scramblen das Egogezwitscher dann mittels ihrer teilanalogen Moderatoren und Sendeanlagen zum neudigitalen Verständnis von Einigkeit und Recht und Freiheit zusammen:

Einigkeit im Gedanken: Jeder LIKED sich selbst am Besten.
Recht als Recht auf Langeweile und
Freiheit als Freiheit in Talkshows zu twittern.